
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Die evangelischen Landeskirchen
Dorothea Urban
Die Geschichte der beiden evangelischen Landeskirchen beginnt mit der Reformation. Die badische Landeskirche entstand 1821 aus der Union von reformierten und lutherischen Landesteilen. Sitz der Kirchenleitung ist Karlsruhe. Für die württembergische Landeskirche war neben der Reformation der Pietismus prägend. Zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die etwa 2,3 Millionen Gemeindemitglieder hat, zählt bis heute, abgesehen von kleinen Grenzberichtigungen gegenüber Baden und Hessen, das Gebiet des einstigen Königreichs Württemberg. Dazugekommen sind nach dem Zweiten Weltkrieg Hohenzollern und das früher hessische Wimpfen. Mittelpunkt der Landeskirche sind seit dem 16. Jahrhundert Stuttgart als Sitz der Kirchenleitung und Tübingen mit seiner Evangelisch-Theologischen Fakultät.
In der Evangelischen Landeskirche Baden sind etwa 1,3 Millionen Gemeindemitglieder organisiert. In der Evangelischen Landeskirche Baden gibt es folgende Organisationsebenen: Die zwei Kirchenkreise Nordbaden (Sitz in Mannheim) und Südbaden (Freiburg), die jeweils unter der Leitung einer Prälatin bzw. eines Prälaten stehen. Diese wiederum gliedern sich in rund dreißig Kirchenbezirke sowie etwa 630 Kirchen- und Pfarrgemeinden als Basis der Landeskirche. Die organisatorische Struktur der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sieht etwas anders aus: Die Landeskirche besteht aus etwa 1.400 Kirchengemeinden und 90 Gesamtkirchengemeinden. Diese sind zu 52 Dekanaten zusammengefasst. Die Dekanate wiederum sind vier Prälaturen zugeordnet: Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn und Ulm. Auch die evangelischen Landeskirchen sind Träger von mehreren Schulen im Land und mit dem Diakonischen Werk mit 300 Trägern, rund 1.000 Einrichtungen sowie etwa 28.000 Beschäftigten im sozial-karitativen Bereich äußerst aktiv.
