Foto: LMZ Baden-Württemberg

Gemeinsame Grenzen und "blaue Banane" Europas

Dr. Reinhold Weber

Auf einer Länge von 1.124 km hat Baden-Württemberg Binnengrenzen zu den Ländern Bayern (860 km), Hessen (171 km) und Rheinland-Pfalz (93 km). Im Westen bildet die Rheinmitte auf einer Länge von 179 km die gemeinsame Grenze mit der französischen Nachbarregion Elsass. Die Grenzen zu Österreich und zur Schweiz sind auf der Bodenseefläche nicht festgelegt. Die Länge des Bodenseeufers von Konstanz bis zur Landesgrenze zu Bayern beträgt ohne die Uferlänge des Untersees 86 km. Die Landesgrenze zu den Schweizer Nachbarn ist 316 km lang. Baden-Württemberg grenzt hier an die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Schaffhausen, Thurgau und Zürich.

Trotz der weitgehend durch Gewässer markierten natürlichen Grenzen des Landes – der Rhein im Westen, die Iller im Osten und der Bodensee im Süden – war Südwest- deutschland immer ein offener Raum. Die Burgunder Pforte und die Zaberner Senke sorgten für frühe Einflüsse aus dem mediterranen und westlich-atlantischen Raum, die Bündner Pässe im Süden für Verbindungen nach Italien.

Die Donau öffnete den Raum nach Südosteuropa, und das Rheintal mit dem Maingebiet stellte wichtige Verbindungen nach Norden und Osten sicher. Dem südwestdeutschen Raum war so schon immer eine Mittlerrolle zugefallen, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der fortschreitenden europäischen Integration verstärkt hat. Heute ist Baden-Württemberg ein zentraler Drehpunkt in der Mitte Europas.

Auch wirtschaftsräumlich nimmt das Land in Europa eine Zentrallage ein und wird in einem Strukturmodell der EU, der sogenannten „blauen Banane“, zu einem „Entwicklungsband“ gerechnet, das von London über die Randstad Holland, Brüssel, das Ruhrgebiet und die Rheinschiene über die Schweiz bis Mailand reicht. Die „blaue Banane“ versteht sich dabei als Keimzelle einer künftigen „Megalopolis“ Europas, in der sich, so die Erwartung der europäischen Strukturpolitiker, das wirtschaftliche Wachstum des europäischen Binnenmarktes konzentrieren wird.

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Naturräumliche Vielfalt und Wasserreichtum

Das Typische des Landes ist die Vielgestaltigkeit der Naturräume. Mittelgebirge und Tiefländer, Hochflächen und Beckenräume, seen- und moorreiche Glaziallandschaften sowie herbe, gewässerarme Karstgebiete, weite Ackerflächen und geschlossene Waldgebiete wechseln sich eng beieinander liegend ab und bewirken die kleinräumliche Kammerung des Landes. Baden-Württemberg gehört mit dem deutschen Schichtstufenland der Mittelgebirge und dem Alpenvorland zwei großen naturräumlichen Großregionen an. Das Schichtstufenland gliedert sich in die größte naturräumliche Einheit der Neckar- und Tauber-Gäuplatten sowie in die Schwäbische Alb, den Schwarzwald, das Schwäbische Keuper-Lias-Land, den Odenwald (mit Spessart), das Hochrheingebiet und die Oberrheinische Tiefebene. Das Alpenvorland umfasst das voralpine Hügel- und Moorland sowie die Donau-Iller-Platten.

Rund 40 Prozent der Fläche Baden-Württembergs sind mit Wald bedeckt. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 1.493 m der Feldberg im südlichen Schwarzwald. Der höchste Berg Württembergs ist mit 1.118 m der Schwarze Grat im Landkreis Ravensburg, der zur Bergkette Adelegg, einem Nordausläufer der Allgäuer Alpen gehört. Die höchste Erhebung der Schwäbischen Alb ist mit 1.015 m der Lemberg bei Rottweil. Den niedrigsten Punkt des Landes bildet der Rheinpegel bei Mannheim mit 85 m über NN.

Der deutsche Südwesten ist auch ein wasserreiches Land. Zwar gibt es gewässerarme Gebiete wie die Schwäbische Alb, wo das Wasser rasch in den Tiefen versickert, aber allein der Bodensee versorgt als großes Wasserreservoir mit 534 km2 Fläche annähernd vier Millionen Menschen im Land mit Trinkwasser. Insgesamt stammen rund 75 Prozent des Trinkwassers im Land aus Grund- und Quellwasser.

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Europäischer Großraum "Blaue Banane"

 

Bei Wikipedia finden Sie weitere Informationen zur Entstehung und Bedeutung der "Blauen Banane".

 
 
 
 
 

Geographie Baden-Württembergs

 
Geographie Baden-Württembergs

Geographie Baden-Württembergs. Raum, Entwicklung, Regionen, 2008. (Hrsg.: Hans Gebhardt)

 
 
 
 

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