Foto: LMZ Baden-Württemberg

Familie und Kinder

Dr. Iris Häuser

Die Landesregierung unter Ministerpräsident Günther H. Oettinger hatte sich 2005 zum Ziel gesetzt Familien, Kinder und Jugendliche zu stärken. Mit dem programmatischen Ziel, ein „Kinderland Baden-Württemberg“ zu schaffen, wurden in der Regierungserklärung vom 9.11.2005 entsprechende Akzente gesetzt. Im Rahmen der „Stiftung Kinderland“ werden Modellprojekte insbesondere zu generationenübergreifendem und familiärem Zusammenleben gefördert. Auch die Neukonzeption des früheren Landeserziehungsgeldes soll nach wie vor den Familien zugutekommen. Außerdem wurde eine Kinderbeauftragte des Landes – in Person der Sozialministerin – bestellt. 

Der Familienbericht von 2004, im Auftrag des Sozialministeriums erstellt, unterstreicht die Anforderungen an eine zukunftsorientierte Familienpolitik, die nicht mehr allein vom klassischen Familienmodell ausgehen kann. Zwar lebten zum Zeitpunkt des Berichts 83 Prozent der fast drei Millionen Kinder in Baden-Württemberg bei verheirateten Eltern. Dennoch wird auch deutlich, dass sich die Familienformen gewandelt haben: Die Patchworkfamilie ist zur Normalität geworden und insbesondere mehr Mütter sind alleinerziehend.

Der Familienbericht widmet sich zudem explizit der Lebenssituation von Migrantenfamilien und dokumentiert neben einem höheren Stellenwert der klassischen Familienform bei Migranten vor allem auch einen verstärkten Nachholbedarf bei der Bildungsintegration. Die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien stellt auch vor dem Hintergrund des weiterhin wachsenden Bedarfs an gut ausgebildeten Fachkräften eine zentrale Herausforderung dar.

Eine grundsätzliche Aufgabe der Familienpolitik besteht darüber hinaus darin, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Der Anteil der berufstätigen Mütter stieg in der Zeit von 1985 bis 2009 von 49 Prozent auf knapp 80 Prozent. Damit verbindet sich zum einen eine deutliche Zunahme von Teilzeitarbeitsplätzen, zum anderen aber auch ein größerer Bedarf an Kinderbetreuung. Vor allem bei der Kleinkindbetreuung besteht ein großer Nachholbedarf. Flankierend zum neuen Elterngeld soll dementsprechend auch der Versorgungsgrad ausgebaut werden.

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Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren

 
 
 
 
 

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