
- Foto: Landtag von Baden-Württemberg
Sozialprofil der Abgeordneten
Altersstruktur
Das Durchschnittsalter der Abgeordneten liegt bei 50,7 Jahren (Stand 1.5.2011) und bezieht sich mit geringen Unterschieden auch auf alle Fraktionen im Landtag (CDU 51,3, Grüne 48,8, SPD 51,9, FDP 48,3 Jahre). Das relativ hohe Durchschnittsalter verwundert nicht, wenn man die lange „Bewährungsphase“ auf kommunaler Ebene berücksichtigt, die typisch ist für eine Vielzahl der Abgeordneten. Es ist ein jahrelanges Sammeln von Ämtern und Erfahrungen in den Führungsgremien der unteren Parteiebenen oder in den kommunalen Parlamenten.
| Altersstruktur der Abgeordneten 15. Landtag von Baden-Württemberg (2011 - 2016) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Alter | CDU (60) | Grüne (36) | SPD (35) | FDP (7) | Landtag (138) |
| 20-25 | 1 | 1 | 2 | ||
| 26-30 | - | 2 | - | 2 | |
| 31-35 | 2 | 4 | 1 | - | 7 |
| 36-40 | 3 | 1 | 1 | 2 | 7 |
| 41-45 | 12 | 4 | 3 | 1 | 20 |
| 46-50 | 11 | 9 | 7 | 2 | 29 |
| 51-55 | 9 | 10 | 6 | - | 25 |
| 56-60 | 14 | 6 | 9 | 1 | 30 |
| 61-65 | 5 | 1 | 6 | 1 | 13 |
| 66-70 | 3 | - | - | - | 3 |
Quelle: Landtag von Baden-Württemberg: Altersstruktur und Geschlecht der Abgeordneten (PDF)
Nach wie vor eine Männerdomäne
Der Frauenanteil unter den Abgeordneten hat sich im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode weiter verringert: von 23,7 Prozent sank der Anteil auf nun nur noch 18,1 (Stand: Mai 2011). Unter den insgesamt 138 Abgeordneten des 15. Landtags befinden sich 25 Frauen. Das sind zwar sichtbar mehr als noch vor dreißig Jahren – da waren im Landtag nur zwei Frauen vertreten – doch im letzten Jahrzehnt stagnierte - beziehungsweise sank - der Anteil Frauen.
Beim Blick auf die einzelnen Fraktionen ergibt sich ein differenzierteres Bild: Der höchste Frauenanteil stellen die Grünen mit 30,6 Prozent. In der SPD sind derzeit 17,1 Prozent der Abgeordneten Frauen, bei der CDU beträgt der Anteil 13,3 Prozent und in der FDP/DVP ist in der aktuellen Legislaturperiode gar keine Frau vertreten.
Baden-Württemberg trägt den Makel, von allen Landesparlamenten in Deutschland den geringsten Frauenanteil aufzuweisen. Nicht einmal ein Viertel der hiesigen Landtagsabgeordneten sind weiblich; Rheinland-Pfalz dagegen kann mit über 41 Prozent Frauen aufwarten.
Wieso hält gerade Baden-Württemberg den „schwarzen Peter“ in der Hand?
Für eine Erklärung lohnt ein Blick auf die Thesen, mit denen die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Gremien begründet wird. Mehrere Erklärungsversuche machen die Frauen für ihre mangelnde Repräsentanz verantwortlich.
- Die Sozialisationsthese besagt, dass Frauen aufgrund einer traditionellen Rollenzuweisung ein geringeres Interesse an Politik hätten.
- Die Abkömmlichkeitsthese stellt in den Raum, dass Frauen aufgrund der ihnen zugemuteten Doppelbelastung keine Zeit für politische Ämter hätten.
- Und die Sozialstrukturthese argumentiert, dass Frauen seltener als Männer in beruflichen oder ehrenamtlichen Leitungsfunktionen zu finden seien, welche die Wahlchancen erhöhten.
All diese Thesen gehen also davon aus, dass nicht genügend qualifizierte Frauen zur Verfügung stünden und der Kandidatinnenpool zu klein sei. Überzeugend ist das nicht: Wieso schaffen es Parteien wie Bündnis 90/ Die Grünen, mit einer sehr viel kleineren Mitgliederzahl als die sogenannten Volksparteien, selbst auf kommunaler Ebene genügend kompetente Kandidatinnen aufzustellen?
Zur Konstituierung des 15. Landtags von Baden-Württemberg: Frauenanteil erstmals seit 1968 rückläufig (Statistisches Landesamt BW)
Da bleiben eigentlich nur noch die Parteien, die am Frauenanteil drehen könnten. Eine Schraube wäre die Quote: Die Quotenthese besagt, dass der Anteil von Frauen in Parlamenten vom Anteil derjenigen Parteien abhängt, die verbindliche Quoten eingeführt haben. Konkret heißt das, dass ein Wahlerfolg eher linker Parteien die absolute Zahl an Parlamentarierinnen erhöht. Er hat außerdem häufig zur Folge, dass sich auch konservativere Parteien um Frauen bemühen.
| Geschlechtsspezifische Zusammensetzung des 15. Landtags | |||
|---|---|---|---|
| Partei | Frauen | Männer | zusammen |
| 8 (13,3 %) | 52 | 60 | |
![]() | 11 (30,6 %) | 25 | 36 |
| 6 (17,1 %) | 29 | 35 | |
| - | 7 | 7 | |
| insgesamt | 25 (18,1 %) | 113 | 138 |

