
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Die Region Donau-Iller
Die Region Donau-Iller liegt im Herzen Europas und zentral im Süddeutschen Raum an der Schnittstelle der Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Die großräumig vorteilhafte Anbindung ergibt sich aus der europäischen Achse Paris - Strasbourg - München - Wien - Budapest aufgrund der Lage auf halbem Weg zwischen Stuttgart und München. Den baden- württembergischen Teil der Region Donau-Iller bilden der Alb-Donau-Kreis, der Kreis Biberach und der Stadtkreis Ulm, im bayerischen Teil sind es die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm, Unterallgäu sowie die kreisfreie Stadt Memmingen.
Dies ist auch zugleich die Besonderheit der Region Donau-Iller: sie ist grenzüberschreitend und gehört je zur Hälfte zu Baden-Württemberg und zu Bayern. Bereits im Jahr 1973 wurde die Region Donau-Iller durch einen Staatsvertrag als ein besonderes Modell grenzüberschreitender Zusammenarbeit gegründet, weil der einheitliche und eng verflochtene Lebens- und Wirtschaftsraum nur durch die in Donau und Iller verlaufende Landesgrenze getrennt wird. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit hilft, Unterschiede in der räumlichen Entwicklung zu überwinden und verhindert somit eine Konkurrenzsituation beiderseits der Bundeslandesgrenzen.
Der Staatsvertrag regelt die Aufgaben des Regionalverbands. Das zentrale Instrument bildet der Regionalplan mit integriertem Landschaftsrahmenplan. Darin werden die fachplanerischen Zielsetzungen bestimmt, räumlich ausgeformt sowie die landesplanerischen Vorgaben konkretisiert und umgesetzt. Über die Kernaufgabe des Regionalplans hinaus wird in der Region Donau-Iller in zahlreichen weiteren Themenfeldern grenzüberschreitend gedacht und gearbeitet. Dazu zählen Verkehrs-, Umwelt- und Siedlungsplanung genauso wie eine einheitliche Vorgehensweise bei der Suche von regionalbedeutsamen Standorten wie beispielsweise für Windkraftanlagen, Rohstoffabbau oder für große Wirtschaftsbetriebe.
Zwei große Naturräume gliedern die Region Donau-Iller in abwechslungsreiche, einem ständigen Wandel der Oberflächenformen unterworfene Landschaften. Im Nordwesten der Region ragt die Schwäbische Alb mit ihren Kalkschichten im Untergrund bis auf eine Höhe von über 800m. Das Molassemeer des oberen Miozän, welches den gesamten voralpinen Bereich einnahm, drang bis zur Klifflinie nach Norden vor (noch heute im Gelände sichtbar) und bildete mit den Abrasionsflächen die sanft-hügelige Flächenalb.
Die Lösung des Kalks im Untergrund bildete eine Vielzahl von ober- und unterirdischen Formen, den so genannten Karsterscheinungen. Die Vielzahl von Klüften und Höhlen, Trockentälern und bewaldeten Hügeln macht den rauen Charme der Schwäbischen Alb aus und bildet so eine reizvolle Landschaft. Der Bereich der Schwäbischen Alb ist bis heute nur dünn besiedelt und bis auf wenige Ausnahmen noch überwiegend von der Landwirtschaft geprägt. Zahlreiche Waldinseln wechseln sich mit den landwirtschaftlichen Flächen ab.
Den zweiten großen Naturraum im gesamten Süden und Südosten der Region bildet die Donau-Iller-Lech-Platte. Dieser Teil des Voralpenlands war im Tertiär vom Meer bedeckt, in das die zahlreichen Flüsse aus dem Alpengebiet ihre Sedimentfracht ablagerten. So entstanden die Molasseschichten, die im Untergrund als Sandsteine, Kalke und Mergel in Tiefen von bis zu 4km reichen.
Die heutige Oberflächenstruktur entstand hauptsächlich durch die Gletscher, die sich in den verschiedenen Kaltzeiten von den Alpen bis an die Donau erstreckten. Westlich der Iller überfuhren die Gletscher mehrfach den Untergrund und hinterließen so den glazialen Formenschatz mit zahlreichen Grund- und Endmoränen, Seen Mooren und Kuppen. Die Flüsse Iller, Günz und Mindel schnitten sich in diese Sedimentablagerungen ein und durch gleichzeitige Hebung des Untergrundes bildeten sich daraus die typischen, teils mit dichtem Wald bestandenen Schotterterrassen, wie sie vor allem im bayerischen Teil der Region zu finden sind.


