
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Luftverschmutzung
Dr. Reinhold Weber
Die erhebliche Verbesserung der Luftqualität seit Mitte der 1980er Jahre ist vor allem auf die konsequente Sanierung der Industrieanlagen und Kraftwerke, den Einsatz schwefelärmerer Brennstoffe und die Einführung und stetige Weiterentwicklung des geregelten Katalysators bei Fahrzeugen zurückzuführen. Diese Maßnahmen führten zu einer deutlichen Reduktion der klassischen Luftschadstoffe Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide und Staub. Dennoch besteht im Blick auf die sommerlichen hohen Ozonwerte, den sauren Regen und den Nährstoffeintrag weiterhin Handlungsbedarf bei leicht flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Stickstoffoxiden, Schwefeldioxid und Ammoniak. Auch sind die erzielten Verbesserungen nicht ausreichend, um die neuen europäischen Grenzwerte für Feinstaub in der Umgebungsluft (seit 2005) und Stickstoffdioxid (seit 2010) auch in verkehrlichen Belastungsbereichen einhalten zu können.
Um die Luftqualität weiter zu verbessern, werden Luftreinhalte- und Aktionspläne mit lokal und regional wirkenden Maßnahmen aufgestellt, wobei dem Straßenverkehr eine hohe Bedeutung zukommt. Deshalb sind vor allem Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen aus dem Verkehr erforderlich. Nicht zu umgehen sind dabei auch Maßnahmen wie Fahrverbote für alte emissionsträchtige Fahrzeuge. Ergänzend sind aber auch Maßnahmen auf der Ebene Deutschlands und Europas erforderlich. Ziel ist es, die abgegebenen Schadstoffmengen direkt an den Quellen von Verkehr, Industrie, Gewerbe und Hausbrand (z. B. bei Holzfeuerungsanlagen) nochmals deutlich zu reduzieren. Klimaschutz durch Einsatz von Holz als Brennstoff darf nicht zu Lasten der Luftreinhaltung gehen.
Schutz des Wassers...
Baden-Württemberg ist ein wasserreiches Land. Rund drei Viertel des Trinkwassers im Land stammen aus Grund- und Quellwasser. Grundwasser ist eine Ressource von elementarer Bedeutung. Allerdings ist es von zahlreichen – von Menschen verursachten – Einträgen belastet: durch Industrie und Gewerbe, Energieversorgung, Verkehr, Abwasserentsorgung, Landwirtschaft, Luftschadstoffe und Altlasten. Der Gewässerschutz gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben der Umweltpolitik.
In den letzten rund vierzig Jahren ist es durch zahlreiche Maßnahmen gelungen, flächendeckend zu einer deutlichen Verbesserung der qualitativen Beschaffenheit der Gewässer zu kommen. Zum Schutz des Grundwassers konnte die Fläche der Wasserschutzgebiete nahezu verdoppelt werden. Aber gerade beim Grundwasser kommt es nicht nur auf das Land alleine an: Grenzüberschreitende Programme bei der Wasserüberwachung gibt es mit den Nachbarn Frankreich, Schweiz und Österreich und im gesamteuropäischen Kontext mit der seit 2000 geltenden EG-Wasserrahmenrichtlinie, die den Grundwasser- und den Oberflächengewässerschutz beinhaltet. Nur in diesem Verbund können die wertvollen ökologischen Lebensräume und Wasserspeicher grenzüberschreitend geschützt werden.
Insgesamt sind in Baden-Württemberg mehr als 2.500 Wasserschutzgebiete festgesetzt. Dies entspricht rund 26 Prozent der Landesfläche.
... und Schutz vor Hochwasser
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund häufigerer extremer Niederschlagsereignisse und immer noch zunehmender Bodenversiegelung durch Bautätigkeit bleibt der Hochwasserschutz eine Daueraufgabe. Im Rahmen der Hochwasserschutzstrategie sollen auch zukünftig die Hochwasserschadensrisiken im Land und grenzüberschreitend durch gemeinsames Handeln gemildert und die Hochwasserschäden durch ein gezieltes Hochwassermanagement vermindert oder ganz ausgeschlossen werden. Gewässerökologische Belange werden dabei berücksichtigt. Schwerpunkte des technischen Hochwasserschutzes sind z. B. die Fortführung der begonnenen Programme an Rhein, Donau, Neckar sowie regionale Hochwasserschutzkonzepte.
Ergänzend werden Maßnahmen zum Hochwasserflächenmanagement ergriffen. Ziel der Flächenvorsorge ist es, neue Bebauungen und sensible Nutzungen in hochwassergefährdeten Gebieten künftig nicht mehr zuzulassen. Im natürlichen Wasserrückhalt in der Fläche, insbesondere durch den – auch raumordnerisch relevanten – vorbeugenden Hochwasserschutz sieht die Landesregierung ein zentrales Instrument, um die Abflussmenge und -geschwindigkeit aufkommenden Hochwassers zu verringern. Weiterhin sollen frühere Überschwemmungsgebiete (Rückhalteflächen) zurückgewonnen werden. Auch die Entwicklung naturnaher Fließgewässer und die Wiederherstellung der Auendynamik tragen zum Hochwasserschutz bei.
Daneben werden die organisatorischen Voraussetzungen für eine wirksame Bekämpfung verbleibender Hochwassergefahren weiter verbessert. Eine verlässliche und frühzeitige Hochwasservorhersage trägt wesentlich zur Minderung verbleibender Risiken bei. Die Hochwasservorhersagezentrale des Landes wird regelmäßig dem Stand der Technik entsprechend weiterentwickelt. Der Betrieb des Pegelmessnetzes und des Niederschlagsmessnetzes ist als Datengrundlage unerlässlich.


