
- Foto: Wikimedia Commons: Stephan Schildberg.
Die Nachhaltigkeitsstrategie
Dr. Reinhold Weber
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist kein starrer Plan, sondern ein Arbeitskonzept, mit dem zentrale Zukunftsthemen bearbeitet werden. Außer den Ministerien sollen alle gesellschaftlichen Gruppen mitwirken, denn nachhaltige Entwicklung betrifft alle und kann nur gemeinsam umgesetzt werden. Vertreter aus Wirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Sozialverbänden, Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Kommunen, aber auch einzelne Bürger beteiligen sich aktiv an der Nachhaltigkeitsstrategie.
Letztlich muss Nachhaltigkeit als Handlungsleitlinie alle Bereiche unseres Lebens durchdringen. Ziel der Initiative ist deshalb, den Gedanken der Nachhaltigkeit Zug um Zug in möglichst vielen Feldern der Politik und der Gesellschaft zu verankern. Ansatzpunkt sind Themenfelder wie
- Zukunftsfähige Energieversorgung: Wie kann diese klimaverträglich, sicher und wettbewerbsfähig ausgestaltet werden? Wie lernen wir alle, effizienter mit Energie umzugehen?
- Arbeitswelt, Produzieren und Arbeiten: Wie können wir nachhaltig und ressourceneffizient produzieren? Wie kann die Arbeitswelt so gestaltet werden, dass Familie und Beruf besser vereinbar sind, dass junge Menschen und ältere Arbeitnehmer gleichermaßen sinnerfüllende Arbeit finden?
- Lebensqualität: Wie schaffen wir eine gesunde Lebensumwelt, mit guter Luft, sauberem Wasser, wenig Lärm und unbelasteten Lebensmitteln?
- Zukunftsfähige Entwicklung von Städten und Regionen: Wie erhöhen wir die Attraktivität von Städten, erhalten Freiflächen und bringen Wohnen, Arbeiten, Freizeit- und Mobilitätsbedürfnisse in Einklang?
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein ambitioniertes Projekt, das weit über rein ökologische Fragestellungen hinausreicht. Die Initiative ist deshalb auf einen Zeitraum angelegt, der über eine Legislaturperiode hinausgeht. Für eine nachhaltige Entwicklung bedarf es der Veränderung von Denk- und Verhaltensweisen aller. Die Agenda 21 nennt daher Bildung als ein zentrales Instrument auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung. Mit zahlreichen Projekten wie z. B. dem Förderprogramm „Schule auf Umweltkurs“, Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsangeboten praktiziert die Landesregierung seit vielen Jahren die Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens in den verschiedenen Bildungsbereichen.
Die von den Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufene UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ verleiht diesem Prozess zusätzliche Schubkraft. Die Landesregierung hat dazu Ende 2005 den Aktionsplan „Zukunft gestalten – Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg“ verabschiedet. Er richtet sich an alle, die sich im Rahmen der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung engagieren wollen, so z. B. im Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen“.
Energie und Nachhaltigkeit

Das Heft enthält Materialien zu den Themen:
- Energie als Problem - Haushalte, Unternehmen, Politik
- Unsere Energie: Wo kommt sie her - wo geht sie hin?
- Lösungsansätze in der Diskussion
- Unser Globus - Momentaufnahmen und Perspektiven
Politik & Unterricht 4 - 2008
Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Das Internetportal Bildung für nachhaltige Entwicklung in Baden-Württemberg unterstützt und begleitet die Aktivitäten des Landes zur Weltdekade in Baden-Württemberg.

