
- Foto: LMZ Baden-Württemberg
Schiene und Öffentlicher Nahverkehr
Baden-Württemberg verfügt über ein Schienennetz von insgesamt rund 3.900 Kilometern Länge. Einen großen Teil davon betreibt die Deutsche Bahn AG. Zudem sind in Baden-Württemberg aber auch Bahnen aktiv, die nicht Eigentum des Bundes, sondern im Besitz des Landes, in Privatbesitz oder Eigentum kommunaler Gebietskörperschaften sind. Ihr Anteil am gesamten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) liegt bei 28 Prozent.
Im Jahr 1996 hat der Bund die Verantwortung und Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) an die Länder abgegeben. Das Land gründete daraufhin die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), die das Innenministerium berät und unterstützt.
Der Taktverkehr „3-Löwen-Takt“ will als Alternative zum Auto möglichst viele Menschen dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Dazu sollen auch einheitliche Tarife beitragen, für welche die derzeit 22 Verkehrs- und Tarifverbünde in Baden-Württemberg sorgen. In der Region Stuttgart ist der Verband Region Stuttgart für den Personennahverkehr auf dem Schienennetz zuständig.
Bahnprojekt „Stuttgart-Ulm – Das neue Herz Europas“
Das Bahnprojekt „Stuttgart-Ulm – Das neue Herz Europas“ umfasst zum einen die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Auf der zweigleisigen Neubaustrecke, die größtenteils entlang der Autobahn A 8 verläuft, können dann Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern fahren. Darüber hinaus umfasst das Bahnprojekt zum zweiten auch das Großprojekt „Stuttgart 21“, bei dem der Kopfbahnhof in der Landeshauptstadt zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden soll.
Das Projekt wird von der Deutschen Bahn, dem Bundesverkehrsministerium, dem Land sowie der Region und der Stadt Stuttgart geplant. Die Befürworter des umstrittenen Bahnhofprojektes vertreten die Ansicht, ein Durchgangsbahnhof sei leistungsfähiger und ermögliche einen flexibleren und schnelleren Betrieb sowie kürzere Fahrtzeiten. Außerdem heben sie die städtebaulichen Chancen des Projekts hervor: Durch den Abbau der oberirdischen Gleisanlagen wird im Stadtzentrum voraussichtlich eine Fläche von rund hundert Hektar frei, die für Wohnungen, Büros und Grünflächen genutzt werden soll.
Die Gegner des Jahrhundertprojektes kritisieren zum einen die hohen Kosten von rund fünf Milliarden Euro, zum anderen die Auswirkungen der mehrjährigen Großbaustelle und der damit verbundenen Tunnelarbeiten auf die Umwelt. Sie plädieren für das alternative Konzept „Kopfbahnhof 21“, das darauf setzt, die bestehenden, teils ungenutzten Trassen zu optimieren, um das künftige Verkehrsaufkommen zu bewältigen.
Stuttgart 21 - Volksabstimmung

Baden-Württemberg hat abgestimmt und sich deutlich für den Tiefbahnhof Stuttgart 21 entschieden. Bei der Volksabstimmung am 27. November haben sich 58,8 Prozent der Abstimmenden gegen den Ausstieg des Landes aus der Projektfinanzierung von S21 ausgesprochen. Unser Dossier bietet zahlreiche Informationen über das Projekt Stuttgart 21, die Schlichtung und die Volksabstimmung.

