Landtagswahl in Baden-Württemberg

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wählen die Bürgerinnen und Bürger alle fünf Jahre die Abgeordneten des Landtags. Sie entscheiden mit ihrer Stimme also darüber, welche Parteien im Landtag vertreten sind und wie viele Parlamentssitze jede Partei erhält. Die neuen Abgeordneten des Landtags wählen ihrerseits dann die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten.
Am 8. März 2026 fand die bislang letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Die meisten Stimmen holten erneut die Grünen, sind im neuen Landtag allerdings mit gleich vielen Mandaten vertreten wie die CDU (jeweils 56). Diese beiden Parteien bilden auch weiterhin die Landesregierung mit Cem Özdemir (Grüne) als Ministerpräsident.
Ebenfalls im Landtag vertreten sind die AfD (35 Mandate) und die SPD (zehn Mandate). Alle anderen Parteien haben weniger als 5 Prozent der Zweitstimmen erhalten und dadurch den Sprung in den Landtag verpasst. Alle Ergebnisse zur Landtagswahl finden Sie hier.
Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zum Wahlsystem, wie die Landtagswahl abläuft und wie die Sitzverteilung im Landtag funktioniert.
Kurz & knapp: Landtagswahl in Baden-Württemberg
Wer wird gewählt?
Bei den Landtagswahlen werden alle fünf Jahre die Abgeordneten des Landtags gewählt. Der Landtag von Baden-Württemberg ist die gewählte Vertretung des ganzen Volkes, das Parlament. So steht es in der Landesverfassung in Artikel 27.
Wer darf gewählt werden?
Wählbar (passives Wahlrecht) sind alle Deutschen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben und nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen wurden.
Wer darf wählen?
Das aktive Wahlrecht haben alle Deutschen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten den Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben und nicht durch Richterspruch vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Im April 2022 wurde das Wahlalter von 18 Jahren auf 16 Jahre herabgesetzt.
Wie wird gewählt?
Im April 2022 wurde das Landtagswahlrecht umfassend reformiert. Seither haben die Wählerinnen und Wähler nicht mehr nur eine Stimme, sondern zwei: eine für einen Direktkandidaten im Wahlkreis, die zweite für die Landesliste einer Partei.
Landtagswahl am 8. März 2026
Am 8. März 2026 haben die Menschen in Baden-Württemberg einen neuen Landtag gewählt. Wer zur Wahl stand, wie das Wahlrecht aussieht und was die Parteien in ihren Wahlprogrammen angekündigt hatten, finden Sie auf unserem Landtagswahl-Portal:
Wahlsystem in Baden-Württemberg
Jeder nur ein Kreuz? Jetzt nicht mehr! Erstmals hatten bei der Landtagswahl 2026 die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme entscheiden sie seither darüber, wer ihren Wahlkreis im Landtag vertreten soll, mit der Zweitstimme legen sie fest, wie stark die jeweiligen Parteien insgesamt im Landtag vertreten sein sollen.
Mehr Infos zum neuen Wahlrecht in Baden-Württemberg finden Sie hier.
Mandatsvergabe im Landtag

Der Landtag von Baden-Württemberg hat mindestens 120 Abgeordnete. Diese werden auf die Parteien im Verhältnis zu ihrem Anteil an Zweitstimmen verteilt.
Im ersten Schritt ziehen dabei diejenigen Bewerberinnen und Bewerber in den Landtag ein, die in einem der 70 Wahlkreise die meisten Erststimmen erzielt haben. In der Regel unterscheidet sich diese Verteilung sehr stark vom Ergebnis der Zweitstimmen, was die Parteizugehörigkeit der Abgeordneten betrifft. Das Zweitstimmenergebnis entscheidet aber letztlich über die Zusammensetzung des Landtags. Einzelne Parteien werden anteilsmäßig sehr viel mehr Wahlkreise gewonnen haben, als es ihrem Zweitstimmenergebnis betrifft (Überhangmandate).
Dementsprechend ziehen dann weitere Abgeordnete der anderen Parteien in den Landtag ein, um somit das Zweitstimmenergebnis abzubilden und um die Überhangmandate auszugleichen (Ausgleichsmandate). Welche Abgeordnete auf diesem Weg in den Landtag einziehen, legen die Parteien zuvor über die Platzierungen auf den sogenannten Landeslisten fest.
Wie Überhang- und Ausgleichsmandate entstehen
Ein fiktives Beispiel
Überhang- und Ausgleichmandate: Ein Beispiel
Überhang- und Ausgleichmandate: Ein Beispiel
In diesem Beispiel gibt es 70 Wahlkreise. Die Mindestgröße des Parlaments beträgt 120 Sitze. Der Einfachkeit halber nehmen wir an, dass nur sechs Parteien zur Wahl antreten. Die Parteien heißen Partei U, Partei V, Partei W, Partei X, Partei Y und Partei Z.
Mit den Erststimmen entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die 70 Wahlkreise. Dabei gewinnt Partei U in 40 Wahlkreisen, Partei V holt 30 Wahlkreise. Die weiteren Parteien gewinnen keinen Wahlkreis (in der Tabelle Zeile 1).
Bei den Zweitstimmen hat Partei U allerdings nicht ganz so gut abgeschnitten: Hier hat sie 30 Prozent der Stimmen erzielt, Partei V hat 25 Prozent, Partei W hat 17 Prozent, Partei X 15 Prozent und Partei Y hat 10 Prozent. Partei Z hat mit 3 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag verfehlt. (Zeile 2 in der Tabelle).
Wenn das Parlament nur 120 Sitze hat, hätte Partei U Anspruch auf 37 Sitze, Partei V auf 31 Sitze, Partei W auf 21 Sitze, Partei X auf 19 Sitze und Partei Y auf 12 Sitze. (Zeile 3). Übrigens: Eigentlich stünden z.B. Partei U mit 30 Prozent der Stimmen nur 36 Sitze zu (30% von 120 = 36). Da Partei Z jedoch nicht ins Parlament einzieht, erhöht sich der Anteil der Sitze von einigen weiteren Parteien entsprechend.
Überhang- und Ausgleichsmandate
Das bedeutet: Partei U hat zwar 40 Direktmandate geholt, nach dem Zweitstimmenergebnis stehen ihr aber eigentlich nur 37 Sitze zu. Die drei zusätzlichen Sitze nennt man Überhangmandate (Zeile 4). Damit das Verhältnis der Zweitstimmen wiederhergestellt wird, müssen die anderen Parteien also zusätzliche Sitze erhalten – diese Sitze nennt man Ausgleichsmandate, weil sie den Überhang ausgleichen. Durch diesen ganzen Vorgang wird das Parlament größer als 120 Sitze.
In diesem größeren Parlament hat Partei V nun 33 Sitze (statt 31 bei einer Parlamentsgröße von 120), Partei W hat 22 Sitze (statt 21), Partei X hat 20 Sitze (statt 19) und Partei Y hat 13 (statt 12). Durch die drei Überhangmandate von Partei U gibt es nun also insgesamt fünf Ausgleichsmandate: Partei V hat zwei erhalten und die Parteien W, X und Y jeweils eins (Zeile 5); der ganze Landtag ist damit nun 128 Sitze groß.
Wichtig ist außerdem: Bei Partei V, Partei W, Partei X und Partei Y ziehen mehr Menschen ins Parlament ein, als einen Wahlkreis gewonnen haben. Wer diese Mandate erhält, haben die Parteien vor der Wahl über ihre Landeslisten festgelegt.
Überhang- und Ausgleichmandate: Tabelle zum Beispiel
Überhang- und Ausgleichmandate: Tabelle zum Beispiel
| Zeilen-Nr. | Partei U | Partei V | Partei W | Partei X | Partei Y | Partei Z | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Mandate nach Erststimmen (70 Wahlkreise) | 40 | 30 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 2 | Prozent Zweitstimmen | 30% | 25% | 17% | 15% | 10% | 3% |
| 3 | Mandate nach Zweitstimmen bei Parlamentsgröße von 120 Sitzen | 37 | 31 | 21 | 19 | 12 | - |
| 4 | Überhangmandate | 3 | - | - | - | - | - |
| 5 | Ausgleichsmandate | - | 2 | 1 | 1 | 1 | - |
| 6 | Sitze gesamt (Parlamentsgröße: 128) | 40 | 33 | 22 | 20 | 13 | - |
Überhang- und Ausgleichsmandate: Grafik zum Beispiel
Überhang- und Ausgleichsmandate: Grafik zum Beispiel
Das neue Wahlrecht bei der Landtagswahl
Wie kam es dazu, dass inzwischen alle zwei Kreuze machen dürfen – und das schon ab 16? Analyse mit Hintergründen der Wahlrechtsreform, möglichen Auswirkungen und der Kritik daran auf unserem Landtagswahl-Portal.
Wie wird gewählt?
Infos zum Wahlablauf
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg entspricht dem Ablauf nach den meisten anderen Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. Alle wahlberechtigten Personen sind im Wählerverzeichnis ihrer Gemeinde eingetragen. Das Wählerverzeichnis ermöglicht die Kontrolle, dass nur Wahlberechtigte wählen und dass jede:r Wahlberechtigte nur einmal wählt.
Die Daten für das Wählerverzeichnis stammen aus den Daten der Meldebehörde zu einem festgelegten Stichtag. Alle wahlberechtigten Personen erhalten spätestens drei Wochen vor der Landtagswahl eine Wahlbenachrichtigung. Mit dieser Wahlbenachrichtigung sowie einem Personalausweis weist man sich am Wahltag im örtlichen Wahlbüro aus. Die Briefwahlunterlagen können mit einem der Wahlbenachrichtigung beigefügten Vordruck bei der zuständigen Gemeindeverwaltung bestellt werden.
Auf der Wahlbenachrichtigung sind noch einmal alle wichtigen Daten und Uhrzeiten der Wahl eingetragen.
Wer gewann die vergangene Landtagswahl?
Die Landtagswahl am 8. März 2026 konnten erneut die Grünen gewinnen, wenn auch dieses Mal äußerst knapp vor der CDU.
Die Grünen erzielten 30,2 Prozent der Stimmen, etwas weniger als bei der Wahl 2021 (32,6 Prozent). Die CDU kam auf 29,7 Prozent (2021: 24,1 Prozent). Vor allem in der Schlussphase ging es im Wahlkampf vor allem darum, welche beider Parteien wohl am Ende die Stimmenmehrheit erreicht und damit auch den nächsten Ministerpräsidenten stellt – die Grünen mit Cem Özdemir oder die CDU mit Manuel Hagel. Der Vorsprung der Grünen betrug am Ende nur gut 27.000 Stimmen. Weil die CDU gleichzeitig sehr viel mehr Wahlkreise gewinnen konnte als die Grünen (56 / 13) sind Grüne wie CDU nun mit jeweils 56 Mandaten im neuen Landtag vertreten.
Die drittmeisten Stimmen erzielte die AfD (18,8 Prozent), die damit ihr Ergebnis von der Wahl 2021 (9,7 Prozent) fast verdoppeln konnte. Die vierte Landtagsfraktion stellt die SPD, die auf 5,5 Prozent der Stimmen kam, damit ihr Ergebnis der Wahl 2021 halbierte (11 Prozent) und so schlecht abschnitt wie noch nie bei einer Landtagswahl in Deutschland.
Obwohl sie in den Umfragen durchgehend deutlich über der Fünf-Prozent-Marke lag, verpasste Die Linke am Ende den Einzug in den baden-württembergischen Landtag. Die 4,4 Prozent der Stimmen sind dennoch das beste Ergebnis bei einer baden-württembergischen Landtagswahl. Ganz anders bei der FDP: Mit 4,4 Prozent der Stimmen sind die Liberalen erstmals nicht in ihrem Stammland Baden-Württemberg im Landtag vertreten. Beide Parteien dürften am Ende entscheidende Stimmen verloren haben, als sich der Wahlkampf auf die Frage „Hagel oder Özdemir“ zuspitzte.
Baden-Württemberg nach der Wahl
Wie setzt sich der neue Landtag zusammen?
Wie viele Frauen und Männer sind im neuen Landtag, und wie alt sind die Abgeordneten? Und: Warum sind es überhaupt so viele?
Wer hat wie gewählt bei der Landtagswahl?
Wie haben die Menschen in Baden-Württemberg gewählt – nach Alter, Geschlecht und nach Region? Ein Überblick.
Autor: Internetredaktion LpB BW | Letzte Aktualisierung: November 2025.

