Die Linke
in Baden-Württemberg

Die Linke ist seit 2007 in Baden-Württemberg als Landesverband vertreten und ging aus der Vereinigung von Linkspartei.PDS und WASG hervor. Ihre thematischen Schwerpunkte bilden die Themen soziale Gerechtigkeit, Umverteilung und ein starker Sozialstaat. Zu ihren zentralen Forderungen gehören höhere Steuern für Reiche und umfangreiche Investitutionen in Wohnen, Bildung und Gesundheit. Die Linke vertritt eine progressive Gesellschaftspolitik, und spricht sich für ehrgeizige, sozial gestaltete, Maßnahmen in der Klima- und Umweltpolitik aus.
Kurz & knapp: Informationen zur Partei
- Der Landesverband Die Linke Baden-Württemberg wurde im Mai 2007 in Stuttgart gegründet. Er gliedert sich in 33 Kreisverbände und auf der lokalen Ebene in Ortsverbände.
- Die Partei Die Linke hat in Baden-Württemberg rund 9.700 Mitglieder (Stand: Juni 2025). Die beiden Landessprecher der Partei in Baden-Württemberg sind Sahra Mirow und Elwis Capece.
- In Baden-Württemberg war Die Linke noch nie im Landtag vertreten.
Welche Rolle spielt die Linke in Baden-Württemberg?
Die Linke war noch nie im Landtag von Baden-Württemberg vertreten. Als Hauptgrund gilt die strukturelle Prägung des Bundeslandes: Wirtschaftsstärke, konservative Traditionen und eine vergleichsweise geringe gewerkschaftliche Verankerung haben der Partei hier immer schwierigere Bedingungen beschert als in anderen Regionen. Bei der Landtagswahl 2026 kam Die Linke auf 4,4 Prozent der Stimmen. Dies war ihr bestes Ergebnis in Baden-Württemberg jemals, dennoch scheiterte sie einmal mehr an der Fünfprozenthürde.
Vergleichsweise stark schneidet die Partei vor allem in urban geprägten Regionen ab – insbesondere in Universitätsstädten. Zuletzt erzielte die Linke bei der Landtagswahl 2026 zweistellige Zweitstimmenergebnisse in Heidelberg und Freiburg und ebenfalls hohe Ergebnisse in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Tübingen. Dort gibt es ein Wählerpotenzial, das offen für ihre Themen ist – etwa für bezahlbaren Wohnraum, soziale Teilhabe und Klimagerechtigkeit.
Welche Ziele hatte die Linke für die Landtagswahl 2026?
Gestärkt durch ihr gutes Abschneiden bei der Bundestagswahl 2025 (6,8 Prozent in Baden-Württemberg) peilte die Linke 2026 den erstmaligen Einzug in den Stuttgarter Landtag an. Für eine Partei, die auf baden-württembergischer Landesebene bisher kaum nennenswerte Wahlerfolge verbuchen konnte und sich in westdeutschen Flächenstaaten generell eher schwer tut, wäre das ein entscheidender Schritt nach vorn gewesen. Gelingen sollte dies mit einem weiblichen Spitzentrio. Nachdem die Partei in den Umfragen lange zwischen sechs und acht Prozent lag, verpasste sie am Wahltag mit 4,4 Prozent doch den Sprung über die Fünfprozenthürde. Eine Ursache dürfte die Zuspitzung des Wahlkampfs auf den Zweikampf zwischen CDU und Grünen gewesen sein, der einige Parteien Stimmen kostete.
Landessprecher:innen Die Linke
Sahra Mirow

Sahra Mirow (geb. 1984) stammt aus Lübeck und studierte in Heidelberg Ostasienwissenschaften und Archäologie. Nach ihrem Studium arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Mannheimer Wahlkreisbüro linker Bundestagsabgeordneter. Seit 2009 ist sie Mitglied der Partei, zwischen 2014 und 2025 war sie Stadträtin und Fraktionsvorsitzende der Linken im Heidelberger Gemeinderat. Das Amt als Landessprecherin der Linken in Baden-Württemberg bekleidet sie seit 2018. Nachdem ihre Kandidaturen für den Bundestag (2013 und 2017) und für den Landtag (2016 und 2021) zunächst nicht von Erfolg gekrönt waren, zog sie bei der Bundestagswahl 2025 schließlich über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Dort ist sie u. a. Mitglied im Ausschuss für Wohnen und Stadtentwicklung.
Elwis Capece

Elwis Capece (geb. 1976) ist Gewerkschaftssekretär und Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die Regionen Karlsruhe und Mannheim. Politisch war er zunächst bei den Jusos und in der SPD aktiv, trat aber wegen des Kosovo-Kriegs aus. 2005 schloss er sich der WASG an und wurde später Mitglied der Linken. Dort engagierte er sich u. a. im Kreisverband Karlsruhe und kandidierte 2011 für den Landtag. Seit 2019 gehört Capece zum Landesvorstand, 2021 wurde er Landessprecher der Linken Baden-Württemberg und seither in diesem Amt bestätigt.
Zahlen und Fakten
Mitgliederzahlen
Die Linke in Baden-Württemberg hat rund 9.700 Mitglieder.
Organisationsstruktur
Der Landesverband der Linken gliedert sich in 33 Kreisverbände und auf lokaler Ebene in Ortsverbände. Der erweiterte Landesvorstand der Partei besteht aus 20 Mitgliedern und wird vom höchsten beschlussfassenden Gremium des Landesparteitags und Landesausschusses (die Vertretung der Kreisverbände und Arbeitsgruppen) gewählt. Zudem gibt es 13 Arbeitsgruppen, die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) genannt werden.
Zusätzlich zu den Landesarbeitsgemeinschaften gehören dem Landesverband ein Jugendverband und ein Studierendenverband an.
Geschichte der Partei Die Linke in Baden-Württemberg
Bundesweit wurde die Partei Die Linke 2007 als Zusammenschluss von Linkspartei.PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) gegründet. Eine der beiden Vorgängerparteien der Linken in Baden-Württemberg, die PDS (Partei des demokratischen Sozialismus), wurde nach der Wiedervereinigung Deutschlands im September 1990 in Stuttgart gegründet. Die Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) wurde 2004 ebenfalls in Stuttgart gegründet. Während die PDS in Baden-Württemberg nur bei Bundestagswahlen und Kommunalwahlen antrat, erzielte die WASG bei den Landtagswahlen 2006 einen Stimmenanteil von 3,1 Prozent und scheiterte damit an der Fünfprozenthürde.
Auf Bundesebene sind baden-württembergische Abgeordnete der Linken seit 2005 im Bundestag mit einer Landesgruppe vertreten. Derzeit stellt die Partei sechs Abgeordnete aus Baden-Württemberg, darunter die Co-Landesvorsitzende Sahra Mirow.
Nach dem Zusammenschluss der beiden Parteien konnte die neugegründete Linke bei den Landtagswahlen 2011, 2016 und 2021 mit Ergebnissen um die drei Prozent nicht in den Landtag einziehen. Daran änderte sich auch mit der Wahl 2026 nichts, auch wenn die Partei mit 4,4 Prozent der Zweitstimmen ihr bestes Ergebnis im Land erzielte. Wie auch in Rheinland-Pfalz und in Bayern war Die Linke in Baden-Württemberg bislang noch nie im Landtag vertreten.
Weiterführende Links
Letzte Überarbeitung: März 2026 durch die Internetredaktion der LpB BW